Ich erinnere mich noch gut an das wohl schlimmste Erlebnis, das ich im Rahmen einer schamanischen Reise hatte.
Ein Mann aus Süddeutschland rief mich an. Er brauchte dringend und schnell Hilfe; die weite Anreise sei für ihn überhaupt kein Problem. Auf meine Frage, wie er ausgerechnet auf mich gekommen sei, erzählte er von einem sehr bekannten Mann aus den Niederlanden. Dieser hatte ihm gesagt: „Wenn Ihnen überhaupt noch jemand helfen kann, dann sie.“ Den Mann aus den Niederlanden kannte ich selbst gut über unsere gemeinsamen Reiki-Treffen.
Der Hilfesuchende erschien pünktlich zum vereinbarten Termin. Er wirkte extrem aufgewühlt und gehetzt. Auf meine Frage nach seinem Anliegen schilderte er mir zwei Begegnungen mit einer Kartenlegerin. Diese hatte ihm den baldigen Tod prophezeit: „Der Tod liegt direkt neben Ihnen!“ Auch der Kollege aus den Niederlanden hatte ihm nicht weiterhelfen können und ihn deshalb an mich verwiesen.
Ich begann die schamanische Reise für ihn. In der Anderswelt sah ich ihn vor mir – durchbohrt von einem Speer. Er drang an der linken Schulter in seinen Körper ein und trat am Becken wieder aus. Aus den Wunden lief unaufhörlich Blut.
Ich wandte mich an mein Krafttier, eine Eule, und fragte, ob ich den Speer entfernen dürfe. Sie plusterte sich mächtig auf und sagte bestimmt:
„Fass ihn noch nicht einmal an! Er hat etwas Schlimmes getan und muss nun die Konsequenzen tragen.“
Ich brach die Reise augenblicklich ab. Zurück im Raum sah ich den Mann an und fragte ihn direkt, ob er etwas Schlimmes getan habe. Er stritt es sofort ab: Nein, er würde doch niemals etwas Schlimmes tun.
Daraufhin wollte ich die Befragung und Behandlung endgültig abbrechen und ihn wegschicken. Erst da besann er sich. Er wiegelte ab und meinte, da sei vielleicht doch etwas gewesen – aber das sei eigentlich gar nicht so wichtig.
Auf mein Nachhaken hin packte er schließlich aus: Er sei verheiratet, habe aber seit einiger Zeit ein Verhältnis mit einer anderen Frau gehabt. Diese habe ihn vor Kurzem einfach so verlassen – was er ihr sehr übelnahm. „Und was haben Sie daraufhin getan?“, fragte ich. „Na ja, was man halt so macht…“, antwortete er kühl. „Ich habe ein Foto von ihr genommen, ein paar Haare aus ihrer Bürste…“
Mir schwante Übles. Mir lief es kalt den Rücken herunter. „Und wie geht es dieser Frau jetzt?“ „Nicht so gut. Sie liegt auf der Intensivstation und ringt mit dem Tod.“
In diesem Moment war mir alles klar. Nach meiner Einschätzung hatte er versucht, sie durch Schadensmagie zu vernichten – doch die dunkle Energie schlug auf ihn zurück. Ihr Leben hing jetzt direkt mit seinem zusammen: Wenn sie stirbt, stirbt er auch.
Als ich ihm dies eröffnete, blickte er mich hilflos an: „Und wie soll ich das jetzt rückgängig machen?“
Darauf hatte ich keine Antwort für ihn. Auf solche dunklen Verstrickungen lasse ich mich grundsätzlich nicht ein. Ich habe ihm viel Erfolg gewünscht und ihn gebeten, mich zu informieren, wie die Sache ausgegangen ist.
Ich habe nie wieder von ihm gehört.
